Auf der so genannten INCI Liste, also der Auflistung aller Inhaltsstoffe eines Beauty-Produktes, ist es schlicht als „Aqua“ angegeben und steht meist ganz weit oben. Doch Wasser ist nicht gleich Wasser, und die Kosmetik schöpft aus vielen Wasserquellen. Wir stellen einige davon vor und erklären, warum Wasser weit mehr ist als ein profitabler Füllstoff.
Destilliertes Wasser
Die im Wasser enthaltenen Salze stören nicht nur als Kalkablagerungen auf Waschbecken und Armaturen, sondern mitunter auch bei der Herstellung von Kosmetika. Ist entmineralisiertes oder destilliertes Wasser gewünscht, werden Metall-Ionen wie Natrium, Kalzium oder Magnesium sowie negativ geladene Ionen wie Chlorid, Sulfat oder Nitrat neutralisiert, sodass nur reines Wasser zurück bleibt. Dieses destillierte Wasser ist vergleichbar mit dem besonders weichen Regenwasser, das praktische keine Salze enthält, weil es durch Verdunstung und Kondensation entsteht.
Meerwasser
Meerwasser enthält hohe Mengen an Salzen wie Natrium oder Magnesium. Dieser hohe Salzgehalt bremst das Zellwachstum in der Haut. Deshalb können Meerwasserbäder bei Neurodermitis oder Schuppenflechte heilsam sein. Kommt Meerwasser jedoch in Pflegeprodukten vor, dann nur als Zusatz zur eigentlichen Wasserphase, denn die hohe Salzkonzentration kann bei empfindlicher Haut zu Irritationen führen. Beliebter ist die Verwendung von Algen, die in einem Kilogramm die Inhaltsstoffe aus rund 100000 Litern Meerwasser vereinen.
Thermalwasser
Als Thermalwasser bezeichnet man natürliches Grundwasser, das über 20 Grad warm ist, wenn es an die Erdoberfläche gelangt und sich auf seinem Weg durch Gesteine und Sole mit Mineralien und Spurenelementen wie Eisen, Kupfer, Zink oder Jod anreichert. Dieser besonderen Zusammensetzung wird eine hautberuhigende und antientzündliche Wirkungsweise zugeschrieben, die sich Kosmetikprodukte auf Thermalwasserbasis zunutze machen wollen. Übrigens: Lobt ein Hersteller diese Effekte aus, muss er sie eindeutig nachweisen können.
Blütenwasser
Blütenwässer, auch als Hydrolate bezeichnet, sind ein Nebenprodukt bei der Gewinnung von ätherischen Ölen. Nach der Destillation bleiben sie als Kondenswasser übrig, das in sich essentielle Bestandteile der Pflanze und ihre Wirkung birgt. Rosenwasser ist ein besonders beliebtes Hydrolat, das durch seinen hohen Gehalt an Nährstoffen und Vitaminen hautberuhigend, entzündungshemmend, kräftigend und feuchtigkeitsspendend wirkt.
